VISION: Wir wollen eine Kirche für die Menschen unserer Stadt sein, in der wir Gemeinschaft erfahren, Gnade erleben, Gott entdecken!
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Historie

Bereits im Jahr 1894 wurde hier an diesem Platz das erste Gemeindehaus errichtet Im linken Gebäude versammelte sich die Gemeinde im ersten Stock zum Gottesdienst. Das rechte Haus wurde im Ganzen vom Verlag genutzt. Das Haus des jetzigen Kindergartens wurden vom Vertrieb des Adventverlages genutzt. Zuerst im Ganzen für Werkstätten. Diese befanden sich zuletzt nur noch im Erdgeschoss, der obere Raum wurde als Pausenraum genutzt, da der ursprüngliche Pausenraum der Gemeinde zur Nutzung überlassen wurde (jetzt Sesselraum).

Der Gemeindesaal befand sich in dem linken Flügel des Hinterhauses im 1. Stock. Er hatte die Höhe von 2 Geschossen. Leider wurden im Juli 1943 wurden durch einen Luftangriff einige Teile der Gebäude zerstört. Die Gemeinde versammelte sich dann in der Ludolfstr (jetzt Lustspielhaus). Erst im Juli 1948 konnte das Haus wieder genutzt werden. Bei der Wiederherstellung des Hauses wurde eine Zwischendecke eingezogen, so dass der Saal nur noch die normale Raumhöhe hatte. Darüber lagen dann die Büroräume der Schriftleitung des Adventverlages.

Kurz nach dem Krieg wurde der Bau eines neuen Gemeindehauses mit Elan und dem Vertrauen auf Gottes Führung und Segen in Angriff genommen, da sich die alten Räumlichkeiten als zu klein erwiesen. Es sollte ein gemeinsamer Mittelpunkt adventistischen Lebens in Hamburg werden. Am 17.12.1952 war Grundsteinlegung, schon ein Jahr später, am 19.12.1953, konnte das Gebäude eingeweiht werden. Das ist das Haus, in dem wir uns auch heute noch versammeln.

Der Bau enthielt außer einem Seitenflügel mit Wohnungen und Büros der Hansa-Vereinigung einen großen Kapellensaal mit Empore, einen kleinen Kapellensaal, einen Raum für die Frauenhilfe und Ausschusssitzungen (jetzt ein Teil der Garderobe), einen Aufenthaltsraum für die Angestellten des Verlages, der ca. 10 Jahre später Jugendraum wurde, und einen großen Lagerkeller für den Adventverlag.

Die äußere und innere Gestaltung des Hauses wurde mit viel Überlegung durchgeführt. Die mit gelbem Klinker (Gail´ sche Klinker) gestaltete Fassade sollte sich den zur gleichen Zeit errichteten Grindelhochhäusern anpassen. Vorgabe der Stadt: Der zum Teil neu entstandene Stadtteil sollte ein einheitliches Bild bieten. Unser Haus wurde vor den Grindelhochhäusern gebaut, und das Dach sollte der höchste Punkt in der Gegend sein. Das später gebaute Gebäude für den Grindeldruck (Ecke Helene-Lange-Str.) war erst höher geplant und musste mit einem Stockwerk in die Erde gebaut werden, um dieser Vorgabe zu entsprechen

Auch das hintere Gebäude sollte nicht das Dach des Gotteshauses überragen. So wurde der Hof extra tiefer gelegt, um trotzdem die benötigten Geschosse zu ermöglichen. Da unter dem Grundstück der Grindelbach verläuft, kommt es auch heute noch öfter zu Überschwemmungen durch das hohe Grundwasser bzw. bei starken Regenfällen. Außerdem setzte sich das Nebenhaus, Die entstandenen Risse konnten durch ein Relief, ein Sgraffito, bei dem mehrere Schichten Putz übereinander aufgetragen werden, kunstvoll verdeckt werden.

Es ist ein repräsentatives Gebäude an der Straßenfront entstanden. Die Fensterzahl zeigt uns den Wochenrhythmus: Sieben Fenster zur Straße = sieben Tage hat die Woche, sechs Fenster zum Hof, zum Verlag = sechs Arbeitstage. Auch die innere Gestaltung hat ihre Symbolik. Im unteren Foyer hing früher ein Kronleuchter, der 12 Lampen hatte.

Die Treppe verläuft im Aufgang einmal um die im Foyer stehende Säule. Auf der Säule steht eine Bibelstelle (Off. 14 ), die einen Grundpfeiler unseres Glaubens beinhaltet. Man läuft um die Säule herum, der Bibeltext steht also im Mittelpunkt. Die Säule wurde von Br. Clausnitzer entworfen, in der Zwischenzeit wurde sie schon mehrmals von Emil Maier-F. restauriert. An der Wand auf dem ersten Treppenabsatz war am Anfang eine Malerei von Br. Clausnitzer, die zwei Engel darstellte mit dem Text: „Dieser Jesus, welcher von euch ist aufgenommen gen Himmel, wird so wiederkommen, wie ihr ihn habt gen Himmel fahren sehen.“ Die später entstandenen Risse wurden dann durch das jetzt zu sehende Scraffito verdeckt.

Im oberen Foyer links und rechts neben den Eingängen waren Wasserhähne und- Becken angebracht, um die Schüsseln für das Abendmahl füllen zu können. Nach dem Einbau des Mutter-Kind-Raums konnten die Mütter von dem Wasseranschluss profitieren. Ursprünglich gab es keine Orgel in der Gemeinde. Erst 1954 wurde eine Orgel, gestiftet von Madame Langer (vormals Besitzerin des Reichshofs) eingebaut. Es ist eine Pfeifenorgel: Die Pfeifen werden mit Luft zum Klingen gebracht. Mit ca. 20 klingenden Registern, zwei Manualen und Pedalwerk weist sie eine mittlere Größe auf. Ihre Stärke entwickelt sie bei romantischen, meditativen Orgelwerken. Eingeweiht am 30.10.1954, renoviert im Jahr 1995.

Ein Blick von der Empore zeigt die Symmetrie des Saales. Die Gänge und Lampenreihen teilen den Raum in zwei Seitenschiffe und ein Mittelschiff. Rechts und links neben dem Podium ist eine Apsis, die als Umkleideräume für die Täuflinge dienten. Das Taufbecken ist 5,44 m lang, 1,54 breit und 1,13 hoch und hat ein Maximalvolumen von 6.259 l. Bis 84 cm Höhe (vorletzte Treppenstufe) 3.960 l. Es dauert ca. 3-3,5 Stunden, um es zu füllen.

Die Kanzel ist der Mittelpunkt des Podiums, die Predigt der Mittelpunkt des Gottesdienstes. Schon bei der Einweihungsfeier zeigte sich die ausgewogene Akustik des Raumes, der für Chorwerke geradezu geschaffen zu sein scheint.

Mittlerweile konnte das Gebäude durch einen Außenfahrstuhl und behindertengerechte Toiletten erweitert werden. Unser Gemeindehaus gilt also nun auch offiziell als barrierefrei und ermöglicht es allen Menschen am Gottesdienst und anderen Veranstaltungen teilzunehmen.