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Gott erleben

Als Jahresschwerpunkt für das 2009 haben wir das Thema: Gott erleben! gewählt. Warum? Bei einer Analyse der verschiedenen Aspekte von Gemeinde (durch Fragebogen) stellten wir fest, dass der Faktor „leidenschaftliche Spiritualität“ sehr niedrig ist (Abbildung 1 zeigt alle acht Qualitätsfaktoren im Überblick).

Bedeutet das, dass wir nicht leidenschaftlich unseren Glauben ausleben?
Sind wir zu hanseatisch kühl?
Können wir mit dem Begriff Spiritualität nichts anfangen?

Als wir als Gemeinderat das Ergebnis sahen, stellten wir uns genau diese Fragen. Die Fragebogenergebnisse (im übrigen ein überkonfessionelles und professionelles Instrument) konnten zum Glück tiefer ausgewertet werden und dabei stellten wir fest, dass wir im persönlichen Bereich (Bibellese, Gebet) recht gut sind, aber nicht darin, im gemeinsamen Gottesdienst diese Erfahrungen allen zugänglich zu machen (in Abbildung 2 die ersten drei Balken; die runden Punkte sind die Werte von 2002).

Gemäß dem Motto: Die Stärken für die Schwächen nutzbar machen lag es nahe, in diesem Jahr daran zu arbeiten, dass wir mehr Bewusstsein dafür bekommen, wie Gott von uns allen praktisch im Leben erlebt wird. Wer als überzeugter Christ sein Leben mit Gott führt, der erlebt ihn. Manchmal in kleinen Dingen, manchmal in spektakulären; manchmal im Verborgenen, manchmal vor allen; manchmal subjektiv, und manchmal objektiv.

Die Bibel ist randvoll mit Berichten davon, was Menschen mit Gott erlebt haben. Über Jahrtausende sind diese Berichte überliefert worden, um das geistliche Leben von Menschen zu stärken. Es reicht eben nicht, zu sagen: Gott, ich danke dir! weil darauf unmittelbar die Frage folgen muss: wofür? Dahinter versteckt sich eine Geschichte, ein Erleben. Dieses Erleben Gottes kann sehr individuell sein. Ein Kind erlebt Gott anders als ein Erwachsener und manch Erwachsener berichtet von Erlebnissen, die andere als kindisch oder naiv abtun. Es kann aber keine Lösung sein, den Diskussionen über Glaubenserfahrungen dadurch aus dem Weg zu gehen, dass wir sie für uns behalten.

Am Ende gibt es zwei Extreme: Es gibt denjenigen, der meint, Gott greife nur selten und in den wichtigen Dingen des Lebens ein. Das andere Extrem ist derjenige, der Gott bei jeder Parkplatzsuche und jedem Schlüsselfund erlebt. Beide müssen miteinander im Gespräch sein, um voneinander zu lernen, weil die Wahrheit wahrscheinlich irgendwo in der Mitte liegt. Dazu ist Gemeinde eben da.

Und noch ein Letztes. Was erleben wir eigentlich, wenn wir Gott erleben? Sicherlich eine Begebenheit, eine Geschichte, aber viel wichtiger ist doch, was uns das sagt. Wenn Menschen Gott erleben, dann lernen sie etwas über seinen Frieden, seinen Beistand, seine Liebe, seine fantastische Zuwendung zu uns Menschen. Und schließlich werden Menschen sich nur für Gott entscheiden, wenn sie ihn erlebt haben. Dazu helfen ihnen die Berichte derjenigen, die etwas mit ihm erlebt haben. Oder gar: die IHN erlebt haben.

Daher die Einladung des Treffpunkt an alle Leserinnen und Leser: erzählt uns, wie ihr Gott erlebt habt.

Dennis Meier

 
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Abbildung 1

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Abbildung 2

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