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Adventistische Identität

Ich, Andrea Franken, bin von Dennis Meier gebeten worden, mir Gedanken zum Gemeindeprofil zu machen. Als ein Gast der Gemeinde, nicht aus einer adventistischen Familie stammend, finde ich es interessant, einen Blick auf die adventistische Identität zu werfen.
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Wie stellt sie sich für mich dar?

Für mich hat sie zwei Seiten. „Die Bibel ist die alleinige Grundlage des Glaubens“: das Wort Gottes wird studiert und möglichst wortgetreu im eigenen Leben umgesetzt. Dies führt dazu, dass beispielsweise biblische Speisegebote, wie z. Bsp. kein Verzehr von Alkohol und Schalentieren, eingehalten wird. Maßhalten ist angesagt statt sexueller Freizügigkeit. Vielen Außenstehenden in Deutschland erscheint die Lebensführung der Adventisten zu streng. Sie ständen nicht ganz im Leben und seien eine Art Sekte. Ich versuche zwar gegenüber Andersgläubigen die Regeln zu erklären, doch es ist jedes mal ein mühseliger Akt!

Ich selbst finde, dass zu viele Regeln die Ausübung eines Glaubens lähmen. Es besteht die Gefahr wie die Pharisäer zu werden: ein korrekt lebender Adventist, der Nichts tut, was sich nicht ziemt, aber der nicht nah bei Gott ist. Das heißt für mich, dass man so mit seiner eigenen Lebensführung beschäftigt ist, dass man keine Zeit mehr hat, auf andere zuzugehen und ihnen beizustehen.

Auf die zweite Seite der adventistischen Identität wurde ich in Ghana aufmerksam. Wenn ich Außenstehende am Sabbat nach dem Weg zum Gemeindehaus fragte, erfuhr ich immer große Wertschätzung gegenüber Adventisten.

Sie wurden gelobt als Bibel belesene, mit einem guten Charakter versehene Menschen, denen man vertraut. Endlich mal was Positives in meinen Ohren! Bei mir lösten diese Bekundungen Freude aus.

„Wir wollen eine Gemeinde sein, in der die Liebe und das Wesen Gottes in den Beziehungen erlebt werden“

»Ihr sollt einander lieben, wie ich euch geliebt habe. An eurer Liebe für einander wird die Welt erkennen, dass ihr meine Jünger seid.« Johannes 13,34.35

Dieses Zitat aus dem Gemeindeprofil entspricht mehr meinem Verständnis von adventistischer Identität.

„Wir begreifen uns als Lernende auf dem Weg des Glaubens.“ In diesem Sinne, mit all den Regeln im Hinterkopf, sollten wir versuchen, dem Johannes-Zitat näher zu kommen. Ich wünsche Euch allen dabei ermutigende Begegnungen, auch mit Andersgläubigen.