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Am Ende noch ein Nachwort

cathlinDrei Wochen Hamburg. Der Nadelwald wurde zu einem Häuserwald. Fahrräder ersetzt durch U-Bahnen. Massig unbekannte Menschen statt lauter bekannter Gesichter. Der Unterschied zwischen Friedensau und Hamburg war durchaus spürbar für mich. Zurzeit studiere ich im 5. Semester des Bachelors Theologie in Friedensau. Dadurch verbringe ich die meiste meiner Zeit in diesem 500-Einwohner-Ort. Drei Wochen in Hamburg zu verbringen war deshalb für mich eine recht willkommene Abwechslung.
Zum Grundstudium der Theologie gehört für jeden Studenten das Gemeindepraktikum. Er sucht sich einen Prediger aus, den er begleiten und dadurch von ihm lernen möchte und fährt für drei Wochen zu ihm hin. Meine Wahl fiel auf Dennis Meier. Als ich nach Hamburg kam, wusste ich schon, dass ich nicht als Predigerin arbeiten wollte und habe das auch so kommuniziert. Das Praktikum war für mich nur Teil meines Studiums und nicht eine Orientierung bezüglich meiner Berufswahl. Dennis’ Kommentar dazu war nur: „Gib uns mal drei Wochen…“.
Für die Zeit meines Praktikums wurde ich nun gewissermaßen zu Dennis‘ Schatten. Ich habe gesehen, wie er arbeitet, wofür er wie viel Zeit verwendet, wie er Gespräche führt, was zu seinem Beruf dazu gehört. Und zwischen den Terminen hatten wir Zeit, über alles zu reden, was uns wichtig wurde. Dadurch wurden diese drei Wochen für mich zu einer absoluten Bereicherung.

Am meisten fasziniert hat mich, wie vielfältig der Beruf des Predigers ist. Keine Woche war wie die andere. Jeder Tag war anders. Langeweile kann da im Grunde genommen nicht aufkommen. Hinzu kommt, dass ein Prediger immer mit Menschen zu tun hat. Für jemanden wie mich, der Menschen mag, ist das ein absoluter Pluspunkt. Aber gleichzeitig habe ich auch die Herausforderungen gesehen, die an einen Prediger gestellt werden. Es ist nicht der einfachste Beruf auf der Welt. Doch an Herausforderungen wächst man ja bekanntlich

Nachdem diese drei Wochen Praktikum nun hinter mir liegen, habe ich tatsächlich – wie von Dennis bereits am Anfang angekündigt – angefangen, noch einmal über meine Träume und Pläne nachzudenken. Ich habe gesehen, dass ich mir doch vorstellen könnte, in dieser Richtung tätig zu werden. Am Ende meines Praktikums lautet mein Nachwort: Inzwischen ist alles wieder offen.

Cathlin Stammler