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Menschen machen Fehler

Möglicherweise sind all die Vorsätze, die du zu Beginn des neuen Jahres gefasst hast, schon wieder über Bord geworfen worden. Es mag daran liegen, dass du deine Erwartungen zu hoch gesteckt hast. Vielleicht kann deshalb auch ein Sabbatjahr für dich und deine Gemeinde Anlass sein, Dinge im weitesten Sinne neu zu überdenken. Doch müssen überhaupt Anforderungen und Erwartungen immer fehlerlos erfüllt werden? Kann es nicht heilsam sein, Fehler einzugestehen? Die Bibel ist ein Buch voll von Menschen des Fehlermachens. Schon das erste Menschenpaar im Paradies beging einen folgenschweren Fehler, indem es vom verbotenen Baum der Erkenntnis aß. Kain erschlägt seinen Bruder Abel, Jakob betrügt seinen Bruder Esau, Mose erschlägt einen Ägypter, König David lässt den Mann seiner Geliebten ermorden. Es gibt unzählige Beispiele des Versagens und Fehlermachens. Auch im neuen Testament läuft nicht alles rund. Die Geburt Jesu in einem erbärmlichen Stall, der Jünger Judas, der seinen Meister verrät, Petrus, der ihn aus Angst vor Verfolgung verleugnet. Und doch ist die Bibel ein Buch, das dem Menschen immer wieder Mut zuspricht, seinen Weg vertrauensvoll weiter zu gehen. Die Bibel ist ein Buch voller Geschichten, die nichts beschönigen und gerade deshalb ein Buch voller Ermutigung.
Als Menschen verzeihen wir Fehler einander nicht gerne. Um mit Georg Christoph Lichtenberg zu sprechen, ist es sogar so, dass „manche Menschen ihre Augen in Mikroskope verwandeln, um anderer Leute Fehler zu sehen.“ Bei Gott ist das anders. Ich kann immer wieder neu anfangen. Jeder Mensch ist in seinen Möglichkeiten begrenzt. Er macht und muss somit Fehler machen, ob er will oder nicht. Dieses Bewusstsein kann entlastend und somit befreiend wirken, im sozialen Verhalten wie auch im Hinblick auf unsere Gesellschaft. Vertrauen wir darauf, dass Gott unsere Fehler verzeiht. Das kann nicht jeder. Möglicherweise wieder ein Fehler.

Dr. Robert Lenzi