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Für Freiheit und Frieden

Für Freiheit und Frieden

Unsere Anteilnahme und Betroffenheit sind bei den Angehörigen der Opfer der brutalen Attentate in Paris. Wir beten für die Menschen in Paris und vor allem für den Frieden und die Freiheit in der Welt. Dies sollen nicht nur fromme Worte sein, sondern die bewusste Hinwendung an Gott. Denn Er will Freiheit und Frieden für die Menschheit. In diesen Tagen merken wir, wie sehr wir uns auch nach dieser Freiheit und diesem Frieden sehnen und hoffen, dass sie sich niemals durch Angst und Terror verdrängen lassen.

Es ist gut und wichtig, dass Frankreich und die Verbündeten auf diesen Terror reagieren. Dies ist die Aufgabe der Politik. Doch gleichzeitig ist es Verantwortung eines Christenmenschen, auf die Werte hinzuweisen, für die wir stehen und die wir niemals aufgeben dürfen. Freiheit und Frieden sind zutiefst christliche Werte und auch Werte in Europa. Für den Erhalt dieser Werte müssen wir allen Mut und alle Kraft aufbringen. Sie dürfen auch nicht auf Kosten der Sicherheit preisgegeben werden.

Dietrich Bonhoeffer sagte: „Es gibt keinen Weg zum Frieden auf dem Weg der Sicherheit. Denn Friede muss gewagt werden, ist das eine große Wagnis, und lässt sich nie und nimmer sichern. Friede ist das Gegenteil von Sicherung. Sicherheiten fordern heißt Misstrauen haben, und dieses Misstrauen gebiert wiederum Krieg. Sicherheiten suchen heißt sich selber schützen wollen. Friede heißt sich gänzlich ausliefern dem Gebot Gottes, keine Sicherung wollen, sondern Glaube und Gehorsam dem allmächtigen Gott die Geschichte der Völker in die Hand legen und nicht selbstsüchtig über sie verfügen wollen. Kämpfe werden nicht mit Waffen gewonnen, sondern mit Gott. Sie werden auch dort noch gewonnen, wo der Weg ans Kreuz führt.“

Dies sagte Bonhoeffer im Kontext des Nationalsozialismus und des blanken Terrors im zweiten Weltkrieg. Auch wenn sich die Art des Krieges verändert hat, so bleibt die Überzeugung Bonhoeffers, dass Frieden eben nicht zu sichern ist, es sich sogar komplett ausschließt. Dies bedeutet nicht, dass wir Ohnmächtig den Terror hinnehmen dürfen. Auch Bonhoeffer war damals Teil der bekennenden Kirche und schloss sich dem Wiederstand an. Auf diesem schmalen Grad war es ihm dennoch wichtig, sich niemals dem Irrglauben hinzugeben, dass eine absolute Sicherheit herzustellen ist. Auch wenn unsere Ängste nun wachsen und wir den Wunsch nach Sicherheit haben, dürfen wir dafür niemals unsere Freiheit und den Frieden opfern.

Selbst ein amerikanischer Präsident kam genau zu dieser Einsicht: „Wer die Freiheit aufgibt um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren. Benjamin Franklin