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Glaube und Kultur

Glaube und Kultur

Erst diesen Sommer war ich vier Wochen in Kenia unterwegs – eine gute Zeit, um Land und Leute intensiver, fernab des Tourismus kennen zu lernen. Kenia ungeschminkt, mit seinen Liebreizen und seinen „Brandmalen“.

Auch das Gemeindeleben konnte ich dort hautnah miterleben und durfte feststellen, dass wir zwar dieselben Glaubensüberzeugungen haben, sie jedoch anders ausleben. Einiges, was hier in „konservativen“ Kreisen als Fauxpas und „sündig“ gilt, ist dort in „konservativen“ ganz normal und hat nichts mit Sünde zu tun. Wiederum andere Dinge, die mir hier in Deutschland im Gottesdienst als normal erscheinen, gelten dort als anstößig. So habe ich gemerkt, dass einiges, was wir Menschen als „richtiges“ oder „falsches“ Verständnis von Theologie bewerten, doch oft sehr kulturell beeinflusst ist.

Aber dabei brauche ich gar nicht erst nach Kenia zu gehen. Ich selbst werde in meiner Gemeinde von einigen auch in ein bestimmtes Lager „sortiert“, erlebe dann im Süden von Deutschland das genaue Gegenteil. Wenn ich dort meine Ansichten äußere (die sich ja nicht ändern, wenn ich von A nach B reise), werde ich dort von den Geschwistern dem gegenteiligen Lager zugeordnet, umso mehr, wenn sie erfahren, aus welchem Teil Deutschlands ich komme.

Auch auf dem europäischen Jugendkongress in Novi Sad prallten verschiedene theologische Verständnisse zusammen, obwohl wir doch alle auf einem Kontinent wohnen. Doch Europa ist eben kein Land wie die USA. Hier hat jedes Land seine eigene Kultur, die automatisch mit in das Glaubensleben einfließt. Was ich dort dennoch so gut fand war, dass man sich trotzdem mit Respekt entgegentrat und verschiedene Ansichten austauschen konnte, ohne dem anderen seine „Rechtgläubigkeit“ abzusprechen.

Gemeinde hat mit Gemeinschaft zu tun. Und Gemeinschaft ohne gegenseitige Achtung ist keine wahre Gemeinschaft, keine Kirche im Sinne Jesu. Doch genau nach solch einer Gemeinde sehnen wir uns doch alle! Lasst uns gemeinsam daran bauen!

Maren Wöhler