VISION: Wir wollen eine Kirche für die Menschen unserer Stadt sein, in der wir Gemeinschaft erfahren, Gnade erleben, Gott entdecken!
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Höher, weiter, besser… oder lieber doch tiefer?

Höher, weiter, besser… oder lieber doch tiefer?
Es ist schon interessant mitzuerleben, wie stark die Beteiligung bei der Veränderung des Gottesdienstes ist, im Gegensatz vielleicht zu einem vergangenen Jahresschwerpunkt, der Beteiligung beim Gemeinde- oder Leitungsprofil oder dem Sabbatjahr. Selbstverständlich ist der Gottesdienst ein Bereich, bei dem jeder eine Veränderung sofort spürt, so dass es sehr wohl nachvollziehbar ist, dass hier jeder sein Bedürfnis anmeldet oder auch die Mankos anspricht. Doch für mich ist diese Veränderung nicht in Abgrenzung zu den anderen genannten Bereichen zu sehen, sondern erst in Verbindung wirklich als gesamter Prozess zu verstehen.
Als ich vor fast sechs Jahren meinen Dienst als Pastor am Grindel begann, habe ich gesagt, dass es mir wichtig ist „Gemeinde zu leben und nicht zu spielen“. Diesen Satz kann man als Kritik über Vergangenes verstehen, doch so war und ist dieser Satz nicht gemeint. Er hat viel mehr damit zu tun, dass wir als Einzelne und auch gemeinsam als Gemeinde die Fähigkeit brauchen, uns zu fragen, was unsere Existenzberechtigung ist. Was ist unser Sinn und Zweck? Wofür ist Gemeinde da? Aus diesen Fragen ist damals das Gemeindeprofil entstanden, nicht mit dem Anspruch, dass wir schon so wären, sondern, dass dies unser Auftrag ist und wir uns immer wieder fragen müssen, ob wir diesem nachkommen. Nicht aus einem Pflichtbewusstsein heraus, sondern aus dem Verständnis, dass unserer Glaube an Jesus Christus ein Bekenntnis und zugleich damit eine Beziehung ist, die gestaltet und gelebt werden will.
Daher liegt es mir sehr am Herzen, immer sagen zu können: Wir sollen immer zufrieden sein, aber wir sollen uns niemals zufrieden geben. Damit meine ich: Wir sollen immer zufrieden sein, weil Jesus durch seine Gnade uns ein Leben in Fülle wünscht und dies durch seinen Segen auch zuspricht. Wir dürfen das Leben und die Gemeinde genießen und gleichzeitig – nicht als Widerspruch, sondern als biblische Dualität, sollen wir uns niemals mit uns oder der Gemeinde zufrieden geben. Denn wir alle leben aus Gnade, weil wir nicht perfekt und vollkommen sind. Dies führt einen Christen aber nicht in die Resignation oder reine passive Annahme der Gnade, sondern in das aktive Leben der Werte und Überzeugungen, die wir haben. Wir dürfen und sollen uns als Gemeinde also als Bewegung verstehen, die sich hinterfragt und auch reformiert. Eine Gemeinde, die den Mut hat, sich zu verändern, tut dies eben nicht aus der Motivation höher, weiter, besser zu werden, sondern tiefer zu gehen. Die Beziehung zu Jesus Christus zu vertiefen, führt automatisch zu Veränderungen. Nicht nur im persönlichen Leben, sondern auch in Bezug auf Traditionen und Überzeugungen, die wir pflegen. Als Adventisten tragen wir das Erbe, dass die Schrift die Kraft und Vollmacht hat, unser Denken und Handeln zu verändern. Darum bin ich von ganzem Herzen und mit aller Leidenschaft Adventist, eben ein Tiefgänger!
Saša Gunjević