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Sabbatjahr – Dampfende Köpfe in der Klausur des Gemeinderates.

Am letzten Januarwochenende ging der Gemeinderat wie jedes Jahr in Klausur. Das bedeutet: Rüstzeit, Ausblick und Planung jenseits von Tagesagenda und Beschlussdruck. Und vor allem: gemeinsame Qualitätszeit. Mit einer Idee, über der ein großes Fragezeichen hing, starteten wir am Sabbatnachmittag den „Gehirnsturm“ zum Thema Sabbatjahr. Bevor es aber an das Äußern von Ideen und Bedenken ging, war das dran, was Priorität hat: das Wort Gottes. Wir nahmen uns Zeit, alle Texte zum Thema Sabbat- und Erlassjahr zu lesen und zu bedenken. Ein Einblick in die Geschichte dieser lnstitution (im Judentum, aber auch in der heutigen Wirtschaft) machte deutlich, dass das Thema Sabbat, ob wöchentlich oder jährlich gedacht, immer eine große Herausforderung bildete. Denn Gottes Anspruch stellt sich uns immer sperrig in den bequemen Weg unserer Gewohnheiten.
Allein diese Erfahrung war wichtig und zeigte uns, wie behutsam und gründlich wir die Gemeinde mit in diesen Prozess hineinnehmen werden müssen.
Die mitgebrachten Rückmeldungen aus den Reihen der Gemeinde zeigten, dass das Thema Sabbatjahr bei uns dieselben Einwände und Bedenken auslöst, die das Thema wöchentlicher Sabbat bei unseren Mitbürgern auslösen und die wir selber durch Entscheidung und Gewohnheit abgelegt haben. Bedeutet Sabbatjahr, dass wir einen Vorwand suchen, faul zu sein, weniger zu tun, unsere Pflichten zu vernachlässigen? Was ja besonders sträflich ist, wenn man Hauptamtlicher ist. Interessanterweise war das schon immer der Vorwurf an die Adresse der Juden, wenn z.B. der Römer Tacitus schreibt, dass der Sabbat den Juden nur dem Müßiggang dient. Ein Sabbatjahr potenziert diese Sorge noch. Dann kommen wir im besten Falle bei einer Utopie an, im schlimmsten beim Kommunismus.
Die Aspekte eines Sabbatjahres aber, die wir den Texten entnehmen konnten, öffneten die Tür zu einem Ansatz, der statt Müßiggang Möglichkeiten sieht: der Veränderung, der Besinnung, der Freilassung, der Umverteilung, des Umdenkens. Diese Möglichkeiten haben wir in konkrete Bedürfnisse und Schritte umformulieren können, die wir in der Gemeindestunde am l6. Februar vorgestellt haben. Im nächsten Treffpunkt werden wir diese Punkte und die konkreten Planungen vorstellen. Dass es ein Wagnis, ein Abenteuer werden wird, das spornt mich an und erfüllt mich schon jetzt mit Begeisterung.

Dennis Meier