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Siebenten-Tags-Adventisten weltweit

gerald_klingbeilDr. Gerald Klingbeil (44, verheiratet, drei Töchter) gehört seit April 2009 zum Redaktionsteam der zwei wichtigsten internationalen Zeitschriften unserer Freikirche: „Adventist Review“ und „Adventist World.“ Er stammt aus Deutschland, studierte Theologie in Österreich und Südafrika und arbeitete als Dozent an Universitäten in Peru, Argentinien und den Philippinen. Durch Veröffentlichungen auf dem Fachgebiet der Altorientalistik hat er sich in der Fachwelt einen Namen gemacht.

TP: Wie wird man als Deutscher Redakteur einer amerikanischen Kirchenzeitung mit einer Auflage in Millionenhöhe?

GK: Es stimmt, ich bin Deutscher und fühle mich auch in vielen Dingen als Deutscher. Allerdings haben die letzten 20 Jahre, in denen wir in Südafrika, Peru, Argentinien und zuletzt den Philippinen gelebt haben, uns doch sehr zu Weltenbürgern gemacht. Die Zeitschriften sind eigentlich keine amerikanischen Zeitschriften, sondern sind international und wollen grenzübergreifend berichten und schreiben. Dass ein Deutscher Redakteur ist, unterstreicht diese Tatsache. Adventist World hat eine Auflage von monatlich 1,5 Millionen Exemplaren, die an verschiedenen Orten in der Welt gedruckt werden und erscheint gedruckt in sechs Sprachen (Englisch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch, Bahasa und Koreanisch) und in weiteren vier Sprachen online.

TP: Adventist World erscheint nicht in Deutsch. Wird sich das ändern?

GK: Ja, das sollte sich eigentlich ab Juli ändern, wenn die deutsche Onlineversion von Adventist World startet.

TP: Eure Zielgruppe könnte diverser nicht sein. Millionen von Gemeindegliedern in allen Ländern der Welt, mit unterschiedlichsten Hintergründen. Versucht man da nicht unweigerlich, es allen Recht zu machen?

GK: Sowohl die internationale Perspektive als auch die gewaltigen Bildungsunterschiede sind große Herausforderungen für uns. Wir schätzen, dass etwa 5-7 Millionen Leser monatlich Adventist World in der Hand halten. Einige von ihnen haben nur eine Grundschulbildung während andere promoviert haben. Da ist es natürlich nicht immer leicht, den richtigen Ton zu finden. Allerdings versuchen wir den Inhalt so spannend und kulturübergreifend wie möglich zu machen. Ich finde das übrigens besonders von dieser Perspektive klasse: was für mich als Deutscher vielleicht nicht so ein großes Anliegen oder Problem ist, kann in Indonesien oder Peru eine echte Frage darstellen—und natürlich auch umgekehrt. Als Leser bin ich gefordert, eine Zeitschrift nicht so ethnozentrisch zu lesen. Das hilft mir, die globale Perspektive der Adventgemeinde im Blick zu behalten. Wir sind nicht nur Lokalgemeinde, wir sind Teil einer rapide wachsenden internationalen Bewegung, die sehnsüchtig auf Gottes neue Welt wartet und diese Sehnsucht mit anderen teilen möchte.